Erkennung von Osmose
Osmose bezeichnet die Zersetzung des GFK-Laminats durch Wasser. Das Zersetzungsprodukt ist eine Säure, die sich konzentriert in baubedingten Hohlräumen zwischen Gelcoat und Laminat bildet.
Der Zersetzungsprozess verläuft so lange unbemerkt bis der Osmoseprozess den Druck in den Hohlräumen so stark ansteigen lässt, dass das Gelcoat nach aussen gedrückt wird. Erst durch diese Blasenbildung des Gelcoat wird das Problem Osmose! nun sichtbar.
Eine Prüfung des Rumpfes beruht daher neben einer Feuchtigkeitsmessung auf der Suche nach Blasenbildung des Gelcoat.
Drei praxisgerechte Methoden der Blasenerkennung sind zu empfehlen:
Gleich nach dem Aufkranen das noch nasse Unterwasserschiff gegen das Licht in Augenschein nehmen. Da bei richtigem Blickwinkel das Licht wie Streiflicht parallel zum Rumpf verläuft, werden sich in Bereichen mit Wölbungen Schatten bilden. Blasen werden sichtbar.
Im Winterlager mit einer starken Taschenlampe parallel zur Fläche leuchten. Durch diese Streiflicht-Bestrahlung werden Blasen sichtbar.
Im Winterlager mit einem Schleifklotz stichprobenartig die Fläche schleifen: In Bereichen einer Wölbung markiert sich dieser Bereich, da das Gelcoat aus der Schleifebene herausragt und als erstes „geköpft“ wird - eindeutiges Zeichen für eine Blase.
Sie erhalten eine vergrößerte Ansicht der Bilder, wenn Sie ein Foto durch Anklicken auswählen.
Haben Sie eine Blase entdeckt? ...dann öffnen Sie diese vorsichtig mit einer Messerspitze.
Nun gibt es 3 Möglichkeiten der Diagnose:
- Es wird eine weitere Farbschicht erkennbar: Hier handelt es sich um die Ablösung zweier Farbschichten voneinander - keine Osmose! Eine Osmoseprävention im Softblasting-Verfahren ist ausreichend.
- Es wird das glatte, intakte Gelcoat sichtbar:Es handelt sich um eine Ablösung der Farbbeschichtung vom Gelcoat - keine Osmose!
- Es wird das Laminat sichtbar und Säure tritt aus: Es handelt sich um Osmose.
