Die 15 häufigsten Fragen zur Osmose
Blasenbildung im Unterwasserschiff, Osmose, Haarrisse - erlebnisreiche Saisons hinterlassen ihre Spuren…
Hier beantworten wir die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden. Haben Sie noch weitere Fragen? Fragen Sie ! ...per Telefon, Fax oder e-Mail
1. Nicht jede Blase bedeutet Osmose. Was heisst das?
Osmose ist ein Zersetzungsprozess des GFK-Laminat mit der Folge von Säurebildung. Die Säurebildung findet konzentriert in baubedingten Hohl- räumen zwischen Laminat und Gelcoat statt. Durch Osmose entsteht beim Fortschreiten der Zersetzung ein steigender Druck in den Hohlräumen, der letztendlich das Gelcoat nach außen wölbt. Dieser Zustand ist von außen als Blasenbildung erkennbar.
Bei der osmosebedingten Blasenbildung wölbt sich also immer das Gelcoat als Blase nach aussen.
Davon ist zu unterscheiden: Auch wenn sich die vorhandene Beschichtung (Primer, Antifouling etc.) vom Gelcoat löst oder sich Farbschichten unter- einander lösen, entstehen Blasen. Entscheidend ist daher, ob sich das Gelcoat nach außen wölbt (…Osmose!) oder sich nur die Beschichtung vom Gelcoat bzw. Beschichtung von Beschichtung löst.
2. Wir vermuten, dass unser Unterwasserschiff Osmose hat. Wie können wir Gewissheit hierüber bekommen?
Rufen Sie uns an! Gern machen wir Ihnen ein Angebot, das sich am Zustand Ihres Schiffes orientiert. Brauchen Sie eine Expertise, empfehlen wir Ihnen versierte Sachverständige, die Ihr Unterwasserschiff untersuchen und Ihnen eine "Therapie" empfehlen. Am besten kann ein Osmosebefund kurz nach dem Aufslippen oder Kranen gestellt werden. Später wird es immer schwieriger, da die Bläschen austrocknen.
3. Wir haben Bläschen im lackierten Wasspass knapp über der Schwimmlinie unseres Schiffes entdeckt. Was hat das zu bedeuten?
Die osmoseschützende Epoxid-Beschichtung sollte den Bereich bis ca. 6 cm über der Schwimmlinie des Schiffes abdecken. Ist dies nicht der Fall, kann es zur Osmose des GFK in der Wasserwechselzone kommen oder es kann, wie in Ihrem Fall, der lackierte Wasserpass durch die dauernde Wasserbelastung Blasen schlagen.
4. Was geschieht, wenn man Osmose nicht entfernt?
Das Harz, das die Glasfasern verbindet, löst sich vollständig auf. Übrig bleiben Glasfasern ohne Zusammenhalt. Eine Sanierung ist dann unmöglich.
5. Was ist eine Osmose-Vorsorge?
Eine Osmose-Vorsorge ist immer dann zu empfehlen, wenn noch keine Osmose vorhanden ist, das Unterwasserschiff aber grundsätzlich überholt werden soll. Hierbei wird im Strahlverfahren die Beschichtung abgetragen (Rotoblast) und gegebenenfalls werden baubedingte Hohlräume zwischen Gelcoat und Laminat geöffnet (Softblasting), um vorhandene Feuchtigkeit bestmöglich zu reduzieren. Der Rumpf wird dann bei etwa 40 Grad getrocknet, anschließend wird eine neue, sehr dickschichtig gespritzte Epoxid-Wasserdampfsperre aufgebaut.
6. Und wie sieht im Vergleich dazu eine Osmose-Sanierung aus?
Bei der Osmose-Sanierung wird im Powerblast-Verfahren das gesamte Gelcoat abgetragen und alle Osmose-Herde im Laminat werden entfernt. Nach dem Feuchtigkeitsentzug bei ca. 40° Celsius wird eine neue Schutzschicht aus einem Vinylesterlaminat, einer Gelcoatbeschichtung und einer gespritzten Epoxidbeschichtung aufgebaut.
7. Wieso ist das Strahlen im Rahmen einer Osmosesanierung besser als Fräsen, Peelen oder Schleifen?
Entscheidend für den Erfolg einer Osmosesanierung ist, dass die säurehaltigen Einfressungen in das Laminat tatsächlich komplett freigelegt werden. Der Sandstrahl ermöglicht einen individuellen Abtrag, der nur das weiche, zersetzte Material entfernt und das relativ strahlresistente und somit gesunde Material stehenlässt. Im Gegensatz dazu wird beim Fräsen eine willkürliche Schichtstärke abgetragen - ohne Berücksichtigung der tieferen Einfressungen. Dadurch bleiben tiefer im Laminat befindliche Säurenester unentdeckt.
8. Wie lange dauert eine Unterwasserschiff-Sanierung?
Für eine Osmose-Vorsorge müssen Sie mit 15 Werktagen rechnen. Für eine Osmose-Sanierung sollten Sie mindestens 20 Werktage einkalkulieren. Für beide Verfahren nehmen die Trocknungszeiten die meiste Zeit in Anspruch.
9. Kann man selbst erkennen, ob eine Prävention oder eine Sanierung erforderlich ist?
Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen eine Beratung durch einen Fachbetrieb. Es besteht die Gefahr, dass Sie bei einer falschen Diagnose nur oberflächlich sanieren und die säurehaltigen, aggressiven Substanzen unter einer dünnen und unregelmäßigen Farbschicht eingeschlossen werden. Weitere Blasenbildung ist vorprogrammiert…
10. Tritt Osmose nur im Unterwasserschiff auf oder auch im Schiff oder über der Wasserlinie?
Osmose wird durch eine permanente Wasserbelastung ausgelöst. Da das Überwasserschiff abgesehen von Wellenschlag oder Regen nur relativ selten dem Wasser ausgesetzt ist, kann man Osmose in diesen Bereichen quasi ausschließen. Ausnahmen sind eine dauerhaft gefüllte Bilge, GFK-Wassertanks oder die Plane im Winterlager, die direkt auf dem Gelcoat aufliegt, wodurch Wasserdampf entsteht.
11. Bei uns im Winterlager wird ein mobiler Strahlservice angeboten. Kommen Sie auch zu Ihren Kunden, um vor Ort zu strahlen?
Wir haben uns ganz bewusst gegen diesen Schritt entschieden: Bei niedrigen und schwankenden Temperaturen im Winterlager ist eine fachgerechte Bearbeitung unmöglich. Die Trocknung des Laminats bei cirka 40 Grad und eine konstante Arbeitstemperatur von cirka 20 Grad sind unabdingbare Voraussetzungen für einen Erfolg der Sanierung. Und noch weitere Probleme kommen bei einer Sanierung vor Ort auf Sie zu: Bei späteren Schäden ist es praktisch unmöglich, den Verantwortlichen herauszufinden. . . . Und was erzählen Sie eines Tages einem Käufer Ihres Schiffes, wenn er nach möglichem Osmosebefall fragt? Beruhigend, wenn Sie dann ein Zertifikat einer Fachwerft vorlegen können. Das wirkt übrigens erfahrungsgemäß verkaufsfördernd: Sie können zu Recht behaupten, dass Ihr Unterwasserschiff besser als neu ist! Und: Wir gewähren bis zu 7 Jahre Garantie auf eine Osmosesanierung!
12. Sie haben zwei Niederlassungen. Bieten Sie in Neustadt und in Wedel den gleichen Service an?
Ja. Allerdings können wir in Neustadt etwas größere Schiffe bearbeiten, nämlich bis 24 Meter. In Wedel dürfen sie bis 22 Meter lang sein. Kranen können wir in Neustadt bis 70 Tonnen, in Wedel bis 16 Tonnen. Ansonsten bieten wir in beiden Niederlassungen den gleichen Service. Winterlager und Fachbetriebe sind gleichermaßen vorhanden.
13. Sie haben bereits viele hundert Yachten beschichtet - ist da eine individuelle Betreuung überhaupt noch möglich?
Ja und gerade weil wir uns zu hundert Prozent spezialisiert haben. Durch unsere Konzentration auf Oberflächenbeschichtung können wir unser Team und die Anlagen auf dem allerneusten Stand der Technik halten. Unsere Mitarbeiter sind "alte Hasen" mit langjährigen Erfahrungen. Jedes Schiff wird persönlich von einem unserer Lackierer von Anfang bis Ende bearbeitet. Somit identifiziert sich "Ihr" Geselle 100prozentig mir Ihrem Schiff. Fließbandeffekt ausgeschlossen.
14. Ich möchte mein Schiff sanieren lassen, habe aber wenig Zeit, alles zu organisieren. Kann Wrede auch die Gesamtabwicklung, also Transport, Kranen, Koordination der anderen Fachbetriebe sowie Verbringung ins Winterlager organisieren?
Ohne aufzuschneiden: Wir können (fast) alles. An beiden Standorten arbeiten wir mit einem Netzwerk von Fachbetrieben, Transportunternehmen und Winterlagern zusammen. Einer unserer Mitarbeiter kümmert sich zum Beispiel speziell um das Verbringen, Slippen und Aufbocken von Yachten.
15. Man hört oft von Kupferbeschichtungen, die jahrelang ohne jegliche Bearbeitung das Unterwasserschiff schützen sollen. Was halten Sie davon? Bieten Sie diese Beschichtungen an?
Kupferprodukte im Unterwasserbereich sind immer mehr im Kommen. Aus ökologischen Gründen. Und weil man mit einem mit Kupfer beschichteten Unterwasserschiff wirklich jahrelang Ruhe hat. Die Kosten sind vergleichsweise höher, amortisieren sich aber nach einer gewissen Zeit. Wir haben bereits mehrere solcher Beschichtungen ausgeführt und sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

- Peter Wrede steht Ihnen gerne persönlich zur Verfügung.
