Osmose beim Boot

Wenn die Yacht aus dem Wasser kommt, schlägt die Stunde der Wahrheit: Befinden sich im Unterwasserschiff Blasen, die darauf hinweisen, dass der Rumpf von der zerstörerischen GFK-Krankheit befallen ist?

Hat Ihr Boot Osmose und weist der Rumpf schon Osmoseschäden auf? Und wird eine gründliche Inspektion dadurch erschwert, dass der Rumpf im Unterwasserbereich durch etliche Schichten Antifouling verdeckt ist?

Nachfolgend sehen Sie, wie Osmose am Boot entsteht. Durch Anklicken der Nummern erhalten Sie weitere Informationen.

osmose entstehung am boot
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  • Ein GfK-Laminat besteht aus Glasfasern, die durch das Laminierharz miteinander verbunden sind. Wasserempfindlich in diesem Gefüge ist nur das Harz, nicht die Glasfasern.
  • Die äußere Schutzschicht (Gelcoat) ist wie jeder Stoff (sogar Diamanten) nicht wasserdampfdicht. Dadurch nimmt jeder GfK-Rumpf im Laufe der Wasserliegezeit Feuchtigkeit auf und gibt sie während der Landliegezeit wieder ab.
  • Minderwertiges Harz löst sich unter Feuchtigkeitsbelastung auf.
  • Das Zersetzungsprodukt ist eine Säure, die sich konzentriert in baubedingten Hohlräumen zwischen Gelcoat und Laminat bildet. Die Säure hat eine höhere Konzentration als das Wasser, in dem das Schiff schwimmt. Osmose beim Boot bezeichnet nun den Prozess, bei dem die Säure in ihrem Bestreben, sich zu verdünnen, Wasser von aussen "ansaugt".
  • Die Folge: Der Druck in den säuregefüllten Hohlräumen steigt.
  • Der Zersetzungsprozess ist dann im Gange und verläuft so lange unbemerkt, bis der Osmoseprozess den Druck in den Hohlräumen so stark ansteigen lässt, dass das Gelcoat in Form von Blasen nach außen gedrückt wird. Durch diese typische Blasenbildung wird die Osmose am Boot erkennbar.
  • Im weiteren Verlauf der Osmose zersetzt sich das Laminat zunehmend. Übrig bleiben Glasfasern ohne Zusammenhalt - das Laminat ist zerstört.
  • Der Nachweis für Osmose beim Boot: Wird die Blase geöffnet, entweicht eine säurehaltige Flüssigkeit.