Neu: Osmosefrüherkennung mit UV-Licht

Jeder fachkundige Gebrauchtboot-Verkäufer kennt das Problem: Kein noch so erfahrener Sachverständiger stellt ihm ein „Osmosefrei-Zertifikat“ aus.

Und das mit gutem Grund: Bisher ist eine Osmoseerkennung selbst für den Fachmann nur bei vorhandener Blasenbildung des Gelcoats möglich.

Das Problem: Der osmotische Zersetzungsprozess des Laminats kann schon in vollem Gange sein ohne dass es zu einer feststellbaren Blasenbildung gekommen ist.

Technischer Hintergrund: Die Gelcoat Schutzschicht einer Yacht ist nicht wasserdampfdicht. Das bedeutet, dass jedes Rumpf-Laminat im Laufe der Wasserliegezeit eines Bootes Feuchtigkeit aufnimmt. Minderwertige Harze lösen sich unter dieser Feuchtigkeitsbelastung auf – es bildet sich eine Säure insbesondere in baubedingten Hohlräumen zwischen Gelcoat und Laminat. In ihrem Bestreben, sich zu verdünnen (Osmose…), zieht die Säure weiteres Wasser in Hohlräume und Laminat.
Die Folge: der Druck in den baubedingten Hohlräumen steigt an. Der Zersetzungsprozess verläuft so lange unbemerkt(!), bis der Osmoseprozess den Druck in den Hohlräumen so stark ansteigen lässt, dass das Gelcoat in Form von Blasen nach außen gedrückt wird.

Das größte Risiko bei einer Unterwasserschiff-Überholung ist, dass ein vorhandener Osmoseschaden nicht entdeckt wird. Vor einer geplanten Neubeschichtung eines GfK-Unterwasserschiffes muss also sichergestellt werden, dass der Untergrund wirklich osmosefrei ist, damit das nachfolgende Epoxid-Schutzsystem auf einem intakten Untergrund aufgebaut werden kann.

Auf der Suche nach verbesserten Früherkennungsmöglichkeiten von Osmose setzt Peter Wrede nun  auf den Einsatz von UV-Licht.

Dazu wird das Gelcoat zunächst partiell freigelegt und mit P 180 sauber verschliffen. Eine ca. DIN A4 große Fläche reicht für eine erste Einschätzung aus.

Dann wird dieser Bereich wird mit einer UV-Licht Prüflampe abgeleuchtet. Bei einem bereits vorhandenen Osmoseprozess erscheinen im UV-Licht mit Säure gefüllte Hohlräume als dunkle Flecken und Punkte – und dass in Bereichen die ohne UV-Beleuchtung völlig intakt aussehen. Trockene Lufteinschlüsse und auch die Osmoseflüssigkeit selbst sind im UV-Licht unauffällig.

Durch die Säureeinwirkung wird das Gelcoat verfärbt. Diese Verfärbungen sind unter natürlichem Licht (Tageslichtquellen) nicht zu sehen, jedoch zeichnen sie sich durch das UV-Licht ab.

Mit dieser neuen Methode können noch verborgene Osmosenester wesentlich früher festgestellt werden und in weitere Refitmaßnahmen mit einbezogen werden!

-> dazu der YACHT TV-Film

-> Weitere Infos zur Osmoseerkennung

Osmosefrüherkennung mit UV-Licht (Foto Copyright YACHT)
Osmoseschaden mit Tageslichtquellen im Gelcoat nicht erkennbar
Osmosenester zeigen sich im UV-Licht als dunkle Verfärbungen
Durch den Osmoseprozess hat sich das Gelcoat verfärbt, nur im UV-Licht sichtbar (Foto Copyright YACHT)
Das Skalpell bricht in das Gelcoat ein und legt den Hohlraum frei - eine sauer riechende Flüssigkeit tritt aus. (Foto Copyright YACHT)